Forschung in der Optometrie

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1*Pennsylvania College of Optometry at Salus University, Augen- und Sehzentrum Optometrie Cagnolati GmbH

Klinische und wissenschaftliche Forschung ist für die Optometrie gleichermaßen wichtig wie für andere Gesundheitsberufe. Obwohl Forschung heute national und international erfolgt, ist es ebenfalls interessant zu wissen, welchen Einfluss und welche Verbreitung nationale Forschungsaktivitäten im Bereich der Optometrie und Vision Science im internationalen Kontext aufweisen. Eine interessante Arbeit bezüglich der bevorzugten Fachzeitschriften und Forschungsthemen der am häufigsten zitierten spanischen Optometristen publizierten Cardona et al.1 im vom Spanish General Council of Optometry herausgegebenen „Journal of Optometry“. In dieser komplexen Publikation erfährt der Leser unter anderem, dass die Forschungsschwerpunkte der spanischen Autoren in den Bereichen Topographie (6,5 %), Hornhaut (6,2 %), und Kontaktlinsen (5 %) lagen. Insgesamt wurden 32 Autoren mit einem h-Index > 10 ermittelt, von denen 14 (43,7 %) weiblich waren. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Daten aus der Scopus Datenbank bezüglich der 200 Optometristen mit den höchsten h-­Indices.2 Unter den 200 Optometristen findet sich mit einem h-Index von 29 der deutsche Optometrist Paul Artes, der an der University of Plymouth, Plymouth, United Kingdom lehrt und forscht.2
Der von Hirsch im Jahr im Jahr 2005 vorgestellte h-Index ist ein numerischer Indikator, welcher die wissenschaftliche Leistung eines Autors an Hand der Menge seiner Publikationen und der Anzahl der hiermit verbundenen Häufigkeit an Zitationen bewertet.3

Natürlich wird auch an deutschsprachigen Hochschulen mit Augenoptik/Optometrie-Studiengängen und/oder mit den Hochschulen assoziierten Forschungsinstituten geforscht, und angewandte Forschung gehört selbstverständlich zum Aufgabenspektrum dieses Hochschultyps.

Eines der Ziele von Optometry & Contact Lenses (OCL) besteht darin, Hochschullehrern und Studierenden der Optometrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein anerkanntes Forum zum wissenschaftlichen Diskurs zu bieten. In dem Maße, in dem unser Berufsnachwuchs an Hochschulen und Universitäten ausgebildet wird, wird die Möglichkeit der Publikation eigener Forschung für Hochschullehrer aber auch Absolventen immer wichtiger, um national und international beachtet zu werden. In der aktuellen OCL werden wir vier diesbezügliche Arbeiten publizieren. Hierzu gehören:

  • Validierung ausgewählter Tablet-Apps zur Bestimmung der Sehschärfe
  • Verändern MKH-Prismen asthenopische Beschwerden beim Lesen
  • Intraokulare Linsen für Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration
  • Objektive Vermessung von Intraokularlinsen durch das VirtIOL

1977 publizierte Henry W. Hofstetter ein interessantes Paper, in welchem er die Wichtigkeit eines internationalen Dialogs für die Entwicklung der Optometrie diskutierte.4 Bezogen auf eine immer älter werdende Bevölkerung und der hiermit einhergehenden Zunahme an Augenerkrankungen aber auch dem Bereich Sehfehler und ihre Korrektion ist heute ein internationaler Wissensdialog im Gesamtkomplex Augenerkrankungen und Sehfehler ebenso wichtig.„Forschung ist das Fortsetzen der Neugier mit anderen Mitteln“ (H. J. Quadbeck). Im Bereich der Optometrie ist sie für eine zeitgemäße Versorgung der fehlsichtigen Patienten unerlässlich.


[1] Cardona, G., Puigdueta-Carrera, L., Efron, N. (2023). Optometry research in Spain: Topics of interest, institutions and investigators. J. Optom., 16, 167-174.

[2] Morgan, P. B., Morgan, G. A., Jones, L., Nichols, J., Efron, N. (2024). Global optometrist top 200 research ranking. https://optomrankings.com. Referencing: 23 Mai 2024.

[3] Hirsch, J. E. (2005). An index to quantify an individual’s scientific research output. Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 102, 16569-16572.

[4] Hofstetter, H. W. (1977). Is internationalism an optometric issue? Am. J. Optom. Physiol. 54, 70-75.