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Sehen im Straßenverkehr - Physiologische Grundlagen und brillenglasbezogene Überlegungen

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1 Dr. rer. nat., M.Sc., B.Sc.
2 Dr. sc. hum., Dipl.-Phys.
3 Carl Zeiss Vision International GmbH, Aalen, Germany
Schlüsselwörter
Sehen
Autofahren
Straßenverkehr
Fahreignung
Brillengläser
Keywords
Vision
Driving
Road Traffic
Roadworthiness
Spectacle Lenses
Zusammenfassung

Zweck: Die Anzahl der Unfälle und der Verkehrstoten in Deutschland ist in den letzten Jahren rückgängig. Dieser Artikel soll Optionen beleuchten, die potenziell dazu beitragen, diesen positiven Trend in der Zukunft fortzuführen und zu verstärken.

Material und Methoden: Es werden verschiedene Aspekte hinsichtlich der Vorgaben zum Führen eines Personenkraftwagen (PKW) in Deutschland sowie der Relevanz verschiedener Parameter wie die Kontrastempfindlichkeit oder die Blendempfindlichkeit beleuchtet. In diesem Zusammenhang erfolgen eine Evaluation verschiedener physiologischer Grundüberlegungen zu den Anforderungen an das Sehen sowie Studien- und Analysemöglichkeiten wie auch Beobachtungen des Brillenglas-Marktes. Die Literaturrecherche erfolgt auf Grundlage von Studien und Publikationen mittels einschlägiger Plattformen wie PubMed.

Ergebnisse: Gerade in der Nacht empfinden Fahrer auch subjektiv Schwierigkeiten, unter anderem mit Blendsituationen. Dies kann einerseits über subjektive Erhebungen (Fragebögen) quantifiziert, andererseits auch in Simulator-, Realfahrt-, oder Laborstudien gemessen werden.

Neben speziellen Materialien oder Beschichtungen können auch Brillenglasdesigns auf die Erfordernisse des Autofahrens angepasst werden. Dies unterstützt Fahrer beim sicheren Führen von Kraftfahrzeugen, in erster Linie von PKW. Allerdings sind auch Anwendungen für anderweitige Fahrzeuge wie Zweiräder, aber auch LKW oder Busse zur Personenbeförderung denkbar.

Zukünftig sind neben brillenglasspezifischen Lösungen weitere Überlegungen zum Thema „Sehen im Straßenverkehr“ anzustellen: Adaptive (Matrix-)Scheinwerfer verringern schon heute Probleme mit Blendung. Fahrerassistenzsysteme können einen zusätzlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Schließlich könnte der Fortschritt des automatisierten Fahrens in der Zukunft auch Personen mit Sehproblemen oder sogar sehbehinderten Personen eine Teilnehme am Individualverkehr ermöglichen.

Fazit: Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Bereich der Mobilität aktuell großen Veränderungen unterliegt. Mit den richtigen Maßnahmen kann die Teilnahme am Straßenverkehr sicherer gestaltet werden. Brillenglaslösungen können hierzu beitragen.

Abstract

Purpose: The number of accidents and road fatalities in Germany has been declining in recent years. This article aims at highlighting options that could potentially help to continue and strengthen this positive trend in the future.

Material and Methods: Various aspects regarding the requirements for obtaining a driver’s license for passenger cars in Germany and the relevance of various parameters such as contrast sensitivity or glare sensitivity are examined. In this context, different basic physiological aspects of visual requirements are evaluated, along with study and analysis options and observations of the spectacle lens market. The literature review is based on studies and publications using relevant platforms such as PubMed.

Results: Especially at night, drivers experience subjective difficulties, for example with glare situations. This can be quantified using subjective surveys (questionnaires) on the one hand and measured in simulator, real driving or laboratory studies on the other hand. In addition to special materials or coatings, ophthalmic lens designs can also be adapted to the requirements of driving, which supports motorists in driving a vehicle safely. This primarily concerns cars drivers, however applications for other vehicles such as motorbikes, but also trucks or buses for passenger transportation are conceivable. In the future, in addition to spectacle lens-specific solutions, further considerations will need to be made on the subject of vision and driving: Adaptive (matrix) headlights are already reducing glare issues. Assistance systems can make a contri-bution to road safety. Finally, advances in automated driving could enable people with visual problems or even visually impaired people to participate in individual transport in the future.

Conclusion: In summary, it can be said that the field of mo-bility is currently undergoing major changes. With the right considerations, participation in road traffic can be made safer. Spectacle lens solutions can make a relevant contribution.

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