Astrozytisches Hamartom mit dem Erscheinungsbild eines Cotton-Wool-Herdes
Zweck. Ziel dieser Arbeit ist es, die charakteristischen Merkmale des astrozytischen Hamartoms darzustellen, die es von Cotton-Wool-Herden – der wichtigsten Differenzialdiagnose unter den weißen Netzhautbefunden – unterscheiden.
Material und Methoden. Es wird ein Fallbericht einer 35-jährigen Patientin mit Typ-2-Diabetes mellitus und primärer Hypertonie vorgestellt, der als Grundlage für die Differenzialdiagnose des astrozytischen Hamartoms dient. Zusätzlich werden eine Weitwinkel-Fundusaufnahme und ein Befund der optischen Kohärenztomographie (OCT) eines weiteren Patienten zum Vergleich präsentiert.
Ergebnisse. Die Diagnose eines astrozytischen Hamartoms wurde nach eingehender Untersuchung mittels Weitwinkel-Fundusfotografie und hochauflösender OCT gestellt. Ein Fünf-Linien-Raster-OCT über die Läsion zeigte eine hyperreflektive, leicht erhabene Masse mit abgerundeten hyporeflektiven zystischen Räumen, die sich von der retinalen Nervenfaserschicht bis zur inneren nukleären Schicht erstreckten. Dieser Befund schloss die zuvor gestellte Diagnose eines Cotton-Wool-Herdes aus. Fundusfotos aus früheren Untersuchungen belegten ein langsames Läsionswachstum und unterstützten die endgültige Diagnose.
Fazit. Das astrozytische Hamartom sollte in die Differenzialdiagnose weißer Netzhautläsionen einbezogen werden, insbesondere bei Patienten mit Diabetes mellitus oder arterieller Hypertonie, bei denen Cotton-Wool-Herde ein Merkmal einer fortschreitenden Retinopathie darstellen. Wichtige Unterscheidungskriterien sind die Lage der Läsion relativ zur Sehnervenpapille, Stabilität oder langsames Wachstum im zeitlichen Verlauf sowie charakteristische OCT-Merkmale, einschließlich Hyperreflektivität und zystischer Räume.
Purpose. The aim of this paper is to describe the key features of astrocytic hamartoma that distinguish it from cotton wool spots, the most common differential diagnosis among white retinal findings.
Material and Methods. A case report of a 35-year-old female patient with a history of type 2 diabetes mellitus and primary hypertension is presented as a framework for the differential diagnosis of astrocytic hamartoma. Ultra-widefield retinal imaging and optical coherence tomography (OCT) of findings from an additional patient are presented for comparison.
Results. The diagnosis of astrocytic hamartoma was established after comprehensive dilated fundus examination and high-definition OCT. A five-line raster OCT scan over the lesion demonstrated a hyperreflective, slightly elevated mass with rounded hyporeflective cystic spaces spanning from the retinal nerve fiber layer to the inner nuclear layer, which excluded the previously assigned diagnosis of cotton wool spot. Review of fundus photographs from prior examinations documented slow lesion growth, providing additional support for the final diagnosis.
Conclusion. Astrocytic hamartoma should be included in the differential diagnosis whenever a white retinal lesion is encountered, particularly in diabetic and hypertensive patients in whom cotton wool spots are a feature of progressive retinopathy. Key distinguishing criteria are lesion location relative to the optic nerve head, stability or slow growth over time, and characteristic OCT features, including hyperreflectivity and cystic spaces.
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