Kasuistik

Eine neuartige ZNF408-Variante bei autosomal-rezessiver Retinitis pigmentosa

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Veröffentlicht am:
1 OD, FAAO
2 OD, FAAO, FCOVD, Dipl (ABO)
3 Union City, CA, USA
4 New York, NY, USA
5 State University New York (SUNY), College of Optometry, New York, NY, USA
Schlüsselwörter
Retinitis pigmentosa
hereditäre Netzhauterkrankung
Genetik
Keywords
Retinitis pigmentosa
Inherited retinal disease
genetics
Zusammenfassung

Zweck. Ziel dieser Arbeit ist die Beschreibung einer bislang nicht berichteten pathogenen Variante im ZNF408-Gen bei einem Patienten mit dem klinischen Phänotyp einer Retinitis pigmentosa (RP).

Material und Methoden. Ein 27-jähriger asiatischer Mann bangladeschischer Herkunft stellte sich aufgrund einer Nyktalopie (Nachtblindheit) vor. Eine relevante Allgemein- oder Augenanamnese bestand nicht. Die Fundusuntersuchung zeigte beidseits typische knochenkörperchenähnliche Pigmentierungen (Bone Spicules) in der Netzhautperipherie. Die weiterführende Diagnostik umfasste eine Ultraweitwinkel-­Fundusbildgebung einschließlich Fundusautofluoreszenz [(FAF) Optos Daytona, USA], eine optische Kohärenztomographie (OCT; Zeiss, Deutschland) der Netzhaut und des Sehnervenkopfes sowie eine 30-2-Humphrey-Gesichtsfelduntersuchung (HVF) beider Augen. Zur Beurteilung der Stäbchen- und Zapfenfunktion wurde ein Ganzfeld-Elektroretinogramm (ffERG) durchgeführt. Darüber hinaus wurde ein Wangenschleimhautabstrich entnommen und das „Invitae Inherited Retinal Disorders Panel“ zur molekulargenetischen Analyse veranlasst.

Ergebnisse. Die Fundusfotografie dokumentierte beidseits typische knochenkörperchenähnliche Pigmentierungen (Bone Spicules) in der Netzhautperipherie. Die OCT-­Unter­suchung des Sehnervs zeigte eine beidseitige Verdickung der retinalen Nervenfaserschicht. Die OCT-Untersuchung der Makula ergab eine parafoveale Ausdünnung der Photorezeptoren in beiden Augen. Die FAF-Bildgebung zeigte eine beidseitige parafoveale Hyperautofluoreszenz. Der HVF-30-2-Gesicchtsfeldtest ergab bei beiden Augen obere bogenförmige Defekte. Die ffERG-Ergebnisse deuteten auf verminderte photopische und skotopische Reaktionen hin. Genetische Untersuchungen ergaben eine homozygote Variante unbekannter Bedeutung im ZNF408-Gen.

Fazit. Die molekulargenetische Diagnostik stellt ein wertvolles Instrument zur Diagnosestellung der Retinitis pigmentosa (RP) und anderer hereditärer Netzhauterkrankungen dar. Das Verständnis der genetischen Ursachen hereditärer Netzhauterkrankungen ist jedoch nach wie vor unvollständig. Die Dokumentation von Fällen mit einem charakteristischen Krankheitsphänotyp und genetischen Varianten unklarer klinischer Signifikanz (Variants of Uncertain Significance, VUS) trägt dazu bei, das kollektive Wissen über die genetischen Grundlagen der Retinitis pigmentosa zu erweitern und die klinische Interpretation solcher Varianten zukünftig zu verbessern.

Abstract

Purpose. The purpose of this paper is to document a mutation of the ZNF408 gene not noted in existing literature in a patient with phenotypic presentation of retinitis pigmentosa (RP).

Material and Methods. A 27-year-old Asian male of Bangladesh descent presented with a concern of night vision difficulty. He had no significant medical or ocular history. Fundus examination revealed bone spicules in the peripheral retina of both eyes. Imaging was conducted utilizing Optos ultra-widefield imaging with fundus autofluorescence [(FAF), Optos Daytona, USA], Zeiss Optical Coherence Tomography [(OCT), Zeiss, Germany] of the retina and optic nerves, and 30-2 Humphrey visual fields (HVF) in both eyes. A full-field electroretinogram (ffERG) was performed to examine rod and cone function. A buccal swab was collected and the Invitae Inherited Retinal Disorders Panel was ordered.

Results. Fundus photography documented bone-spicule
pigmentation in the peripheral retinas of both eyes. OCT of the optic nerve showed bilateral thickening of the retinal nerve fiber layer. OCT of the macula revealed parafoveal thinning of the photoreceptors in both eyes. FAF imaging revealed bilateral parafoveal hyper-autofloursence. HVF 30-2 testing showed superior arcuate defects in both eyes. ffERG results indicated reduced photopic and scotopic responses. Genetic testing revealed a homozygous mutation of uncertain significance on the ZNF408 gene.

Conclusion. Genetic testing is a valuable tool in the diagnosis of RP and other inherited retinal disorders. However, understanding of the genetics involved with hereditary retinal disorders remains incomplete. Reporting cases of phenotypic presentations of disease with variants of uncertain significance increases collective understanding of the genetics of RP.

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