Kasuistik

Beidseitige Verbandslinsenversorgung bei einer Boston-Keratoprothese aufgrund einer PAX6-Genmutation

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Autoren
1 Staatlich geprüfte Augenoptikerin, Augenoptikermeisterin
2 Optik Jex, Mainz, Germany
Schlüsselwörter
Hornhauterkrankung
Keratoprothese
Keratoplastik
künstliche Kornea
Verbandslinsen
Keywords
Corneal disease
keratoprosthesis
keratoplasty
artificial cornea
bandage lenses
Zusammenfassung

Zweck: Ziel des Case Reports ist es, die Vorteile von Verbandslinsen (VBL) bei einem Patienten mit einer PAX6-Genmutation und einer Boston-Keratoprothese auf beiden Augen in Verbindung mit einer dauerhaften Kontaktlinsenversorgung bei Hochrisikoaugen aufzuzeigen.

Material und Methoden: Die Untersuchung des vorderen Augenabschnitts erfolgte mittels Haag Streit Visutron 900 touch Projektor, Sehprobentafel der Firma Oculus, Messbrille und -gläser, Haag-Streit BQ 900 Spaltlampe mit Kameraeinheit. Pathologischer Befunde des vorderen Augenabschnitts wurden mittels JenVis Klassifizierungsschlüssel eingestuft. Als Verbandslinse wurde der Linsentyp „Individual“ der Firma Galifa (St. Gallen, Schweiz) angepasst.

Ergebnisse: Die Untersuchung des vorderen Augenabschnitts zeigte auf beiden Augen unter anderen einen wässrigen Tränenfilm, eine durchgehend bis Pupillenblende konjunktivalisierte Hornhaut sowie eine bulbär stark ausgeprägte konjunkitvale Hyperämie der Bindehaut. Die mit einer Korrektion gefertigten Verbandslinsen wurden gut vertragen – der Visus konnte sowohl auf dem rechten als auch linken Auge erhöht werden.

Fazit: Keratoprothesen haben sich bei Hochrisikoaugen als erfolgreiche Therapieoption erwiesen. Postoperativ ist das Tragen einer Verbandslinse in Verbindung mit einer Keratoprothese zwingend notwendig. Die im vorliegenden Fall angepassten weichen Kontaktlinsen eigneten sich auf Grund ihres individuell zu fertigenden Designs gut für die Versorgung von Hochrisikoaugen. 

Abstract

Purpose: The aim of the case report is to describe the Benefits of bandage lenses (VBL) in a patient with a PAX6 gene mutation and a Boston keratoprosthesis in both eyes in combination with extended contact lens wear in high-risk eyes.

Material and Methods: The anterior segment of the eye was examined using a Haag Streit Visutron 900 touch projector, the Oculus visual acuity chart, measuring glasses and lenses, and a Haag Streit BQ 900 slit lamp with camera unit. Pathological findings of the anterior segment of the eye were classified using the JenVis classification key. The “Individual” lens type from Galifa (St. Gallen, Switzerland) was fitted as a bandage lens.

Results: Examination of the anterior segment of the eye showed among others a watery tear film in both eyes, a conjunctivalized cornea up to the pupil diaphragm, and severe bulbar conjunctival hyperemia of the conjunctiva. The Bandage lenses with refractive correction were well tolerated – the visual acuity could be increased in both eyes.

Conclusion: Keratoprostheses have proven to be a successful treatment option for high-risk eyes. Postoperatively, the wearing of a bandage lens in conjunction with a keratoprosthesis is necessary. The soft contact lenses fitted in this case were well suited for the treatment of high-risk eyes due to is customized design.

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